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4. Tote Winkel bei Grand Prix Legends

GPL hat sehr große tote Winkel. Meiner Meinung nach die größten aller populären hardcore Rennsimulationen. (Manchmal ist größer nicht besser Zwinkernd ). Oft sind Autos in unmittelbarer Nähe einfach nicht für uns sichtbar. Das ist schlimm, so viel ist sicher, aber ich vermute es liegt an Einschränkungen, welche die Programmierer selbst gerne verbessert hätten, wenn es die damalige Technologie (1998) erlaubt hätte.
 
Obwohl wir nichts tun können um diese Situation zu verbessern, können wir auf jeden Fall das Beste draus machen, wenn wir die Situation vollständig verstehen und entsprechende Vorsicht und Vorahnung anwenden.
 
Das Ausmaß der toten Winkel ist wie folgt:
 
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Sie sehen das enge Blickfeld, welches sich direkt hinter Ihren Spiegeln erstreckt (hellgrau). Vor diesem Blickfeld beginnen Ihre toten Winkel (die abgedunkelten Bereiche in der Abbildung).
 
Ihr nach vorne gerichtetes Blickfeld ist nicht 180 Grad, wie Sie sich vielleicht denken können, sondern ist auch auf einen Ausschnitt beschränkt, der sich VOR ihrem Auto erstreckt (hellgrau).
 
Wahrscheinlich eine der wichtigsten Sachen über die man sich im Klaren sein muss ist, dass sich Ihre toten Winkel auch vor Ihrem eigenen Auto erstrecken. Ich habe verschiedene Chat Gespräche gesehen, wo jemand etwas sagte wie: "Was hast du gemacht? Ich war vor dir! Die Kurve gehörte mir ...!“ Offensichtlich nicht wissend, dass man vorne sein kann und trotzdem nicht gesehen wird.
 
Es ist auch bemerkenswert wie wirkungsvoll die toten Winkel viele in der Nähe befindlichen Autos verstecken können - das große Problem von GPL bei engen Rennsituationen.
 
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Hier sehen Sie das Problem zusammengefasst. Wie viele der in unmittelbarer Nähe befindlichen Autos glauben Sie sieht der Lotus Fahrer? Die Antwort ist keines. Sie sind alle in seinen toten Winkeln.
 
Sogar die beiden Autos die sich deutlich vor dem Lotus befinden sind nicht in seinem Blickfeld.
 
Um die Sache noch zu verschlimmern, kann in diesem Fall nur das blaue Auto den Lotus sehen. Tatsächlich kann abgesehen von dem blauen Auto keines der anderen Autos sich gegenseitig sehen. Keine angenehmen Aussichten für Kopf an Kopf Rennen. Ein Fall von der Blinde fährt gegen den Blinden.
 
Die Lösung zu dem Problem, unmittelbar neben Autos zu fahren die man gar nicht sehen kann ist, mit sehr viel Vorsicht, Sorgfalt und Respekt vor den anderen Fahrern zu fahren. Sie müssen Ihre Scharfsinnigkeit und Vorahnung einsetzen. Am wichtigsten ist es genügend Raum für andere Autos zu lassen, sobald Sie vermuten, dass welche neben Ihnen sein KÖNNTEN. Sie können nicht so lange warten bis Sie sich sicher sind, dass welche neben Ihnen fahren. Zu dem Zeitpunkt an dem Sie sich sicher sind, d.h. wenn Sie die Autos sehen können, ist es zu spät. Meiner Meinung nach sollte man Platz lassen, sobald man Grund zur Annahme hat, es KÖNNTE jemand neben mir sein.
 
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1) Hier nähert sich der Ferrari dem Lotus. Jeder kann den anderen sehen. Keiner der beiden befindet sich in den toten Winkeln des anderen. Der Ferrari hat ein freies Blickfeld auf den Lotus und der Lotus kann den Ferrari in seinen Spiegeln sehen.
 
2) Der Ferrari hat auf die Innenseite des Lotus aufgeschlossen. Beide befinden sich in den toten Winkeln des anderen. Keiner kann den anderen sehen. Aber bedenken Sie, dass der Lotus Fahrer gerade eben den Ferrari von hinten kommen sah, der dann verschwand, während er auf die innere Linie gefahren ist. Er hat also allen Grund anzunehmen, dass der Ferrari neben ihm sein könnte.
 
3) Hier sehen wir was viel zu oft passiert. Der Lotus Fahrer nähert sich dem Scheitelpunkt der Kurve und drängt den Ferrari ab.
 
1) Falls der Lotus seine Innenlinie verteidigen möchte, wozu er berechtigt ist, ist jetzt der richtige Zeitpunkt die Türe zuzumachen and nach innen zu fahren, während der Ferrari noch in seinen Spiegeln zu sehen ist.
 
2) In dieser Phase ist es für den Lotus zu spät seine Innenlinie zu verteidigen. Er hat seine Chance verpasst. Was als nächstes passiert hängt davon ab ob der Lotus Fahrer einen Freiraum lässt oder nicht.
 
3) Der Lotus Fahrer hätte einen Freiraum lassen sollen. Zumindest eine Gasse für den Ferrari auf der Innenseite.
 
Für ein anderes Auto einen Freiraum zu lassen bedeutet, dass Sie nicht die Ideallinie fahren können. Es bedeutet auch eine Linie zu fahren die Sie nicht geübt haben und mit der Sie nicht vertraut sind. Insgesamt werden Sie in diesem Streckenabschnitt langsamer als normal sein. Das bedeutet auch, dass Sie dem Gegner nicht nur den Raum und die Möglichkeit geben Sie zu überholen, sondern auch die Wahrscheinlichkeit das der Gegner Erfolg haben wird, während Sie langsamer als normal unterwegs sind. Das ist hart. Aber so ist das nun mal und ehrlich gesagt ist das nicht allzu weit von realen Rennen entfernt. Sie werden trotz all dieser Aspekte den meisten Genuss bei Rennsimulationen haben, wenn Sie wann immer erforderlich Freiraum lassen für Ihre Gegner.