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7. Tipps

Nicht viele, nur ein paar Punkte.
 
Im Zweifelsfall vom Gas gehen.
Wenn Sie die Kontrolle verlieren oder kurz davor sind gehen Sie in aller Ruhe vom Gas. In neun von zehn Fällen ist es auf jeden Fall das Richtige. Die übrigen Male, bei denen Sie den Fuß auf dem Gas lassen, verlangen derartig viel Geschick/Gefühl, dass Sie ohnehin keinen Erfolg damit hätten. Vom Gas gehen ist sehr oft das Beste um Problemen aus dem Weg zu gehen. Sie würden Überrascht sein bei wie vielen sicheren Unfallsituationen Sie unbeschadet weiterfahren hätten können, wenn Sie nur vom Gas gegangen wären. Manche Fahrer gehen, aus welchem Grund auch immer, nur sehr wiederwillig vom Gas. Das sind meistens diejenigen die dann Kopfüber im Sand liegen.
 
Erst das Fahren (lernen), dann Rennen fahren.
Flugzeugpiloten haben mitunter viele Sachen gleichzeitig zu machen auf die sie sich konzentrieren müssen. Sie haben eine Redensart die ihnen hilft deren Prioritäten festzulegen. Fliege, navigiere, kommuniziere. Dahinter steckt die Idee, dass es zunächst das Wichtigste ist das Flugzeug kontrollieren zu können, d.h. es zu fliegen. Als zweites müssen sie wissen wo sie sich befinden. Die Dritte und letzte Priorität ist auf den Funkverkehr zu achten.
 
Bei unseren Rennen sind wahrscheinlich nur zwei Prioritäten erforderlich. Lerne zunächst Dein Auto zu fahren, dann fahre Rennen. D.h. die erste Priorität ist das Fahrzeug kontrollieren zu können. Erst danach sollten Sie darüber nachdenken mit anderen in Ihrer Nähe Rennen zu fahren. Oft sieht man Fahrer die gut fahren können wenn sie alleine sind, aber sobald sie anfangen an Rennen teilzunehmen, fahren sie Kurven zu spät an, usw. und haben keine Chance. Die offensichtliche Realität ist, wenn Sie eine Kurve mit 80 km/h fahren können, wenn Sie alleine sind, dann können Sie die Kurve nicht mit 120 km/h fahren, nur weil Sie ein Rennen fahren. Verlieren Sie im Eifer des Rennens nicht Ihre Konzentration auf Ihre erste Priorität. Kontrollieren Sie Ihr Auto. Dann denken Sie darüber nach Rennen zu fahren.
 
Überleben.
Ich bin früher 2-Mann Segelboote gefahren. Das hat viel Spaß gemacht. Die Klasse die ich gefahren bin hatte Großsegel, Stagsegel, Spinnaker und eine 2 Mann Besatzung. Die Besatzung hatte u.a. die Aufgabe, abgesichert durch ein dünnes Drahtseil, welches am oberen Mast befestigt war, an der Seite des Bootes zu hängen. Mit einem Spinnaker, der bei einer steifen Briese ca. 30 Knoten erreichte, musste sich die Besatzung voll ausstrecken. Die Fußspitzen waren auf der obersten Planke des Bootes, während man leewärts das Spinnaker Segel umklammerte um es auszutrimmen. Nur die letzten paar Meter des Bootsrumpfes achtern berührten das Wasser während das Boot mir hoher Geschwindigkeit über die Wasseroberfläche gleitete. Dabei vibrierte das ganze Boot. Die Köpfe der Besatzung waren nur ein Paar Zentimeter über der Wasseroberfläche, während sie die meist kalte Gischt bis auf die Haut durchnässte. Der Skipper versuchte dabei das Boot im optimalen Winkel in Richtung der nächsten Markierung zu steuern und versuchte auf den Wellen mitzugleiten, da diese die Geschwindigkeit des Bootes erhöhten, wenn man sie richtig erwischte. Der Skipper versuchte auch das Boot nicht zu stark und nicht zu plötzlich zu wenden, so dass der Wind nicht aus den Segeln genommen wurde und die Besatzung beim Ausbalancieren des Bootes nicht negativ beeinflusst wurde, was das Boot zum Kentern gebracht hätte und jeden mit einem großen Platscher ins Wasser geworfen hätte. Ich hatte so viel Spaß dabei, dass ich das nicht ohne einem Lächeln schreiben kann. Wenn ich meinen Gedanken für die nächsten paar tausend Worte freien Lauf lassen würde, würde ich großartige Segelboot Geschichten erzählen.
 
Ich erinnere mich einmal eine Segelschule besucht zu haben bei der ein Segellehrer sagte: „Es ist unangenehm, wenn Sie einen Kampf gewinnen, aber Ihr Boot danach auf dem Grund des Ozeans liegt.“ Als einfacher Vergleich: Es macht bei Rennsimulationen nicht viel Spaß, wenn Sie von anderen aus dem Rennen gerissen werden, obwohl Sie im Recht waren. Meistens hat man den größten Spaß, wenn man das gesamte Rennen fahren und beenden kann. Es liegt an Ihnen wie Sie handeln, wenn Sie im Recht sind. Aber meistens zahlt es sich nicht aus, wenn Sie Ihr Recht auf der Strecke erzwingen. Ich bin der Meinung, dass Leute, die fälschlicher Weise Überholmanöver erzwingen, usw., meistens im Graben enden. Sie können dann mit einem großen Grinsen im Gesicht an ihnen vorbeigleiten.
 
Es gibt eine Redensart beim Segeln: „Segeln ist als ob man unter einer kalten Dusche steht und dabei 100 EURO Scheine zerreißen würde.“ Ich frage mich wie das Gegenstück bei Rennsimulationen lauten würde Lächelnd .
 
Auf dem (vorderen) äußeren Rad fahren.
Wenn Sie durch eine Kurve fahren, oder einlenken und die Curbs, oder eine Unebenheit treffen, die Ihr Auto versetzt, dann lenken Sie nicht panisch, sondern konzentrieren Sie sich darauf das äußere Rad zu fahren. In neun von zehn Fällen bekommen Sie den Wagen wieder unter Kontrolle und retten sich. Denken Sie nicht daran das Auto zu fahren, sondern das äußere Rad, jenes das Sie sehen können, das vordere. Der Trick besteht nur darin, sich drauf zu konzentrieren. Es kann funktionieren, für den einen mehr für den anderen weniger.